Wie planen Sie den Einbruchschutz richtig?

    Wie planen Sie den Einbruchschutz richtig?

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    Einbruchschutz

    Dank sozialen Netzwerken kommunizieren wir besser und kommen uns näher. Diese können aber auch schnell verhängnisvoll werden, wenn man sie uneingeschränkt und unvorsichtig benutzt. Denn in dieser vernetzten Welt werden auch Einbrecher immer schlauer, und heutzutage können sie leicht einmal über Facebook erfahren, wann einer verreist ist, wohin und für wie lange.

    Die alten und neuen Tricks der Einbrecher

    Natürlich wenden Einbrecher ebenfalls noch die älteren Tricks an – also wird zum Beispiel auf Todesanzeigen in Zeitungen geschaut, damit die Wohnung des Verstorbenen oder der Angehörigen während der Beerdigung beraubt werden kann. Oder die Täter treten als Handwerker auf und tun so, als hätte man sie beauftragt, die Fenster zu ersetzen oder neu zu mahlen. Dies kann in Anwesenheit der Bewohner geschehen (so schleichen sich die Einbrecher in die Wohnung ohne „Einbruch“ rein), oder in deren Abwesenheit –  in manchen Fällen sogar, ohne dass sie den Nachbarn irgendwie als verdächtig auffallen.

    In Berlin wird neuerdings ein Gasbrenner verwendet, mit dem in den Kunststoffrahmen von Terrassentüren ein Loch gebrannt wird. Mit einem Draht wird anschliessend die Tür oder das Fenster geöffnet. Ein Minibrenner reicht hierfür, und kein größeres Instrument.

    Zahl der Einbrüche in Großstädten steigt

    Einbrecher werden raffinierter – kein Wunder nimmt also die Zahl der Einbrüche in deutschen Großstädten ständig zu. Laut Einbruchreport der GDV (Gesellschaft der Deutschen Versicherer) stand Berlin im Jahre 2014 bundesweit an 3. Stelle, mit 355 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner (+4% gegenüber dem Vorjahr), nach Bremen (541, +3%) und Hamburg (429, +7%). Den stärksten Anstieg bundesweit verzeichnete Bayern (+28%), jedoch bleibt die Zahl im Vergleich zu anderen Bundesländern mit 65 pro 100.000 niedrig.

    Vielleicht erstaunlicherweise wird in Berlin in über der Hälfte der Fälle noch einfache Gewalt benutzt. Eingebrochen wird meistens mit einem gewöhnlichen Werkzeug , um durch die Tür oder das Fenster in die Wohnung hineinzukommen. Die Berliner Bezirke Mitte und Charlottenburg Wilmersdorf verzeichnen die größte Anzahl an Einbrüchen, obwohl in den letzten zwei Jahren die Anzahl Taten signifikant abgenommen hat.

    Einbruchschutz planen

    Einbruchschutz ist nicht nur wichtig, um sich vor einem Sachschaden zu schützen. Die Verletzung der Privatsphäre und der Verlust des Sicherheitsgefühls im eigenen Heim haben oft eine größere Auswirkung auf die Opfer als der rein materielle Schaden, der in vielen Fällen von einer Versicherung gedeckt ist. Somit haben Einbrüche oft langfristige Folgen: laut GDV fühlen  sich 46% der Opfer von Einbrüchen langfristig in der eigenen Umgebung unsicher, 40% fühlen sich machtlos oder hilflos, und 23% gestresst oder angespannt.

    Besonderen Schutz brauchen freistehende Häuser und Wohnungen im Erd- oder Dachgeschoss. Der Schutz eines Hauses ist selbstverständlich viel komplexer als jener eine Wohnung. Kommt nämlich bei Mehrfamilienhäusern die Merhheit der Einbrecher durch die Eingangstür (56% laut GDV Bericht), sind es bei Einfamilienhäusern meistens die Fenster (40%) oder Fenstertüren (41%).

    Massnahmen zum Einbruchschutz können getroffen werden, indem man zum Beispiel herkömmliche Fenstergriffe gegen einen abschließbaren Fenstergriff ersetzt, Lampen mit Zeitschaltuhren benutzt, und weitere Sicherheitslücken mit einem Experten überprüft.

    Checklist für den Einbruchschutz

    Ganz zuerst gilt allgemeine Vorsicht als gute erste Massnahme für den Einbruchschutz. Unsere Basis Checklist für den Einbruchschutz ist die folgende:

    1. die Nachbarn über seine Abwesenheit informieren, damit sie Ihre Post vom Briefkasten entfernen.
    2. die Tageszeitung wahrend Ihrer Abwesenheit abbestellen.
    3. auf sozialen Medien keine Aufmerksamkeit über Ihre Abwesenheit erwecken.
    4. Ihre Abwesenheit nicht auf dem Telefonbeantworter erwähnen.
    5. alle Fenster und Türen richtig schliessen.
    6. Warum nicht Freunden oder Bekannten anbieten, Ihre Wohnung während längerer Abwesenheit ab und zu mal zu benutzen oder sie fragen, ob sie gelegentlich vorbeischauen können.
    7. nie einen unbekannten Handwerker ohne Termin und Überprüfung in die Wohnung hereinlassen.

    Mechanischer Einbruchschutz oder komplexere Lösungen

    Bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern kann somit neben der allgemeinen Vorsicht von unserer Checklist auch ein mechanischer Einbruchschutz auf der Eingangstür oder eventuell den Fenstern ausreichen, also durch eine Tür- oder Fenstersicherung.

    Bei Häusern kann eine komplexere Losung erarbeitet werden, also zum Beispiel mechanischer Tür- und Fensterschutz in Kombination  mit einer Alarmanlage und Überwachungskameras.

    Identitätsdiebstahl als neue Gefahrenquelle

    Der Anstieg von Identitätsdiebstahl, unsere immer weitere und oft unkontrollierte Präsenz auf dem Internet (soziale Medien, Passwort geschützte Konten, etc) öffnen weitere Gefahrenquellen: Einbrecher oder Identitätsdiebe können über unsere Post – oder das Hacken unserer Computer – leicht auf unsere Daten zugreifen.

    In einer immer komplexeren Welt gibt es zum Glück auch immer bessere Technologien, mit denen wir uns schützen können. Aber ein bisschen Vorsicht und gute Planung werden auch immer helfen.

    5 COMMENTS

    1. Der Einbruchschutz ist wichtig. Sehen wir als Schlüsseldienst in Berlin genauso. Es gibt viele Möglichkeit den Einbruchschutz zu verstärken. An Türen und Fenster helfen Sicherheitsschlösser.

    2. Hallo… interessanter Artikel. Kompliment. Die Sicherheit an Türen und Fenster ist wichtig. Wer einen Schlüsseldienst beauftragt ist da nicht schlecht beraten.

    3. Die Verletzung der Privatsphäre und der Verlust des Sicherheitsgefühls im eigenen Heim empfinde ich als schlimmste Folge des Einbruchs. Materialle Schöden sind meistens viel weniger als psychische Schäden

    4. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Der Einbruchsschutz wird heutzutage immer wichtiger. Gerade weil die Einbrüche in Deutschland nicht weniger sondern mehr werden.
      Vor einer Alarmanlage steht meiner Meinung nach immer erst die richtige Sicherung der Fenster und Türen.

    5. Klar, mechanische Sicherung steht auch für uns an erster Stelle, haben abschließbare Fenstergriffe, Pilzkopfverriegelung nachgerüstet, wollen jetzt aber auch unbedingt eine Alarmanlage und eventuell auch Videoüberwachung. Bei uns wurde schonmal zweimal eingebrochen und so langsam reicht es uns. Viel zu holen gibt es nicht, geht eher um das komische Gefühl nach einem Einbruch…

      Grüße
      Stefan

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