Mit Handy an der Haustür: Wenn der Schlüssel digital wird

    Mit Handy an der Haustür: Wenn der Schlüssel digital wird

    0
    Bild: ©istock.com/mikkelwilliam

    Es gibt kaum noch etwas, das sich nicht mit dem Smartphone erledigen lässt. Schon bald könnte das Öffnen der Wohnungstür dazugehören, denn entsprechende Ideen sind bereits unterwegs.

    Wohnung ohne Direktkontakt betreten: Schon bald möglich?

    Der Anruf beim Schlüsseldienst ist nicht unbedingt mit angenehmen Gedanken verbunden. Voraus ging schließlich ein Fehler, nicht mehr als eine kleine Vergesslichkeit, die daraufhin mit nervlichem Aufwand, Wartezeit und Kosten zurückschlägt. Immerhin macht die Digitalisierung den Vorgang ein wenig praktischer und damit erträglicher: Online-Plattformen sorgen für einen gleichermaßen bequemen wie effektiven Ablauf mit transparenten Bedingungen. Doch was wäre, wenn der Schlüssel eines Tages gar nicht mehr nötig ist, da es reicht, das Handy in der Tasche zu haben? Denn genau der technologische Fortschritt, der bereits den „Rettungsdienst“ ungleich einfacher gemacht hat, führte bereits zur nächsten Stufe: An elektronischen Türschlössern mangelt es nämlich keineswegs, lediglich die flächendeckende Verbreitung steht noch aus.

    Autos bieten sich hierfür als Beispiel an, da sie diesen Schritt schon längst gemacht haben. Ein wachsender Teil aller neueren Modelle verlangt nicht mehr nach einem mechanischen Schlüssel, sowohl die Verriegelung als auch die Zündung reagieren auf elektromagnetische Signale in der Umgebung. Es befindet sich also weiterhin ein Schlüssel in der Tasche, allerdings nicht mehr in der bekannten Form, was einen deutlich höheren Nutzungskomfort bedeutet. Die Autos von Carsharing-Anbietern gehen sogar noch weiter, indem sie das Freischalten per App etabliert haben. Benutzer brauchen damit nicht einmal eine Chipkarte, wie es in den Anfangsjahren der Fall war.

    Die Risiken der technischen Abhängigkeit

    Der Gedanke, dieses Prinzip analog auf alle anderen Arten von Schlössern anzuwenden, liegt also nicht fern. Und das passt ins Gesamtbild: Gerade in angesagten Großstädten sind innovative Immobilienkonzepte auf dem Vormarsch. Vor dem Hintergrund von Smart Home und Co. überrascht das nicht, schließlich ist die Zielgruppe für eine schnelle Adaption in Metropolen stark konzentriert. In Berlin gilt das umso mehr, da die Hauptstadt als Mekka für Startups gilt; die Begeisterung für Neues ist also naturgemäß vorhanden.

    Bezüglich der Schlüssel-Thematik sollten allerdings auch die Nachteile bedacht werden. Ein leerer Handy-Akku ist nach wie vor keine Seltenheit und das Warten auf den Akku der Zukunft dauert an. Aufgrund der intensiven Nutzung im Alltag gehört dieses Problem sogar zu den absoluten Spitzenreitern, was die Abhängigkeit von technischen Helfern betrifft. Vor einer verschlossenen Auto- oder Haustür wird dieses Problem ungleich größer, da das Umgehen der Sperre im Notfall nicht so einfach möglich ist wie bei einem mechanischen Schlüssel.

    Ein separates Schlüsselmodul bleibt vorerst die sicherere Variante, da der Akku dort gefühlt unbegrenzt hält. Ein anderer Ansatz ist die vorläufige Koexistenz von Schlüssel-App und klassischem Schlüssel: Die Wahrscheinlichkeit, beides zu vergessen oder nicht anwenden zu können, verringert sich dann um ein Vielfaches und dieses Kriterium dürfte so schnell nicht an Bedeutung verlieren.

    NO COMMENTS

    LEAVE A REPLY

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.