Tatortreiniger: Der Tod riecht nicht süßlich

    Tatortreiniger: Der Tod riecht nicht süßlich

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    Quelle: Pixabay / Alexas_Photos

    Beinahe jeder Erwachsene hat schon einmal etwas von dem Beruf des Tatortreinigers gehört. So ungewöhnlich dieser Beruf ist, so interessant ist er andererseits. Die Tatortreinigung ist kein eigenständiger Beruf, sondern basiert auf einer Weiterbildung für Gebäudereiniger. Normalerweise holen Bestattungsunternehmen den Verstorbenen unverzüglich ab und beginnen mit den Vorbereitungen zur Beisetzung. Ist der Verstorbene jedoch nicht eines natürlichen Todes gestorben, erfolgen zunächst kriminaltechnische Untersuchungen und anschließend die Beseitigung der Todesspuren. Diese Beseitigung gehört nicht zu den Aufgaben der Polizei, da der Tatortreiniger eine spezielle Ausbildung durchlaufen hat, um dieser außergewöhnlichen Aufgabe gerecht zu werden. Diese Fachleute verfügen über das notwendige Know-how und bringen ihre schützende Ausstattung sowie hochwirksame Chemikalien mit.

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    Der Vermieter hat unverzüglich die Polizei zu rufen, die dann alles weitere in Bewegung bringt. Für den Vermieter ist es unerlässlich, die Wohnung durch eine professionelle Tatortreinigung behandeln zu lassen. Nur so wird die Wohnung des Verstorbenen nach allen Regeln der Schädlingsbekämpfung und Hygienevorschriften wiederhergestellt.

    Die Arbeit des Tatortreinigers


    Trifft die Reinigungstruppe an einem Tatort ein, ist der Verstorbene bereits von der Pathologie abgeholt worden. Um mit der Arbeit beginnen zu können, ist der Verdacht auf übertragbare Krankheiten abzuklären. Sind ansteckende Krankheiten die Todesursache, ist eine Desinfektion durch den Fachmann unumgänglich. Wenn zum Beispiel Salmonellose oder TBC als Todesursache genannt wird, können die Krankheitserreger nicht auf normale Art und Weise entfernt werden. Das würde die Gesundheit des nächsten Mieters der Wohnung gefährden. Es folgt eine erste Desinfizierung des Leichenfundorts.

    Oft kommt es vor, dass Verstorbene lange Zeit am Fundort liegen, bevor sie gefunden werden. Man hat schon oft davon gehört, dass Alleinstehende wochenlang in der Wohnung liegen, bis es jemandem auffällt. In solch einem Fall ist eine Schädlingsbekämpfung dringend notwendig. Bereits nach drei bis vier Tagen bilden sich am Körper des Verstorbenen Maden, diese breiten sich in der ganzen Wohnung aus. Daraus entstehen dann Fliegen und Käfer. Während der ganzen Zeit entwickelt sich ein unverkennbarer, prägnanter und intensiver Geruch am Fundort.

    Der allgemeine Glaube geht dahin, dass der Verfall des Verstorbenen diesen Geruch auslöst. Das stimmt nicht, denn die Verdauungsgase der Bakterien entwickeln diesen Geruch. Spätestens dann werden die Nachbarn aufmerksam und setzen alle Hebel in Bewegung, damit in der betreffenden Wohnung nachgeschaut wird.
    Leichenflüssigkeit gilt als höchst aggressiv. Bei einer langen Liegezeit treten Körperflüssigkeiten aus, die sich überall verbreiten. Das kann auf dem Bett oder der Couch sein und sie können in den Fußboden eindringen. Es ist schon vorgekommen, dass der Estrich ausgewechselt werden musste, um den Geruch vollständig aus der Wohnung zu verbannen.

    Der Umgang mit Hinterbliebenen


    Neben der Tatortreinigung ist auch der richtige Umgang mit den Hinterbliebenen ein wichtiges Thema für den ausgebildeten Fachmann. Der pietätvolle Umgang mit ihnen ist selbstverständlich, egal wie nahe die Angehörigen dem Verstorbenen waren. Emotional wird es für Tatortreiniger, wenn junge Leute verstorben sind und erst spät gefunden wurden.

    Für einen Tatortreiniger ist es ratsam, seine Arbeit nicht so nah an sich herankommen zu lassen, auch, wenn sein Job nie zur Routine werden wird. Nach Tötungsdelikten sind keinerlei Spuren von Blut, Luminol oder Körperflüssigkeiten mehr auffindbar. Ist die Tatortreinigung am Einsatzort beendet, ist die Wohnung klinisch rein. Die Wohnung kann ohne Bedenken weitervermietet werden.

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