Neues Zuhause für Hertha BSC – was die Alte Dame plant

    Neues Zuhause für Hertha BSC – was die Alte Dame plant

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    Immobilien in Berlin sind kein leichtes Pflaster. Das gilt vor allem dann, wenn es sich um große Neubauten handelt. Immerhin hat es der Hertha BCS hier vermeintlich etwas leichter. Der Hauptstadtklub möchte bis 2025 ein neues Stadion errichten. Und dennoch läuft nicht alles nach Plan. Ein Blick auf die aktuelle Lage und darauf, was Berlin erwartet.

    Bislang fehlt ein Masterplan

    Nicht weit vom Olympiastadion soll die neue Fußballarena Platz finden. – Quelle: Berliner Morgenpost via Twitter

    Hertha BSC befindet sich mitten in den Planungen, um bis 2025 ein reines Fußballstadion zu eröffnen, in dem 55.000 Fans Platz finden sollen. Der Auszug aus dem Olympiastadion wurde bereits lange Zeit diskutiert, aber immer wieder verworfen, unter anderem aufgrund der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und der damit verbundenen Renovierung der historischen Stätte. Die Berliner kämpfen seit vielen Jahren mit der Stimmung und Auslastung, die angesichts der großen Kapazität fast nie erreicht wird. Selbst Pokalspiele gegen Bayern München und die Chance auf eine Europapokalteilnahme führen oftmals nicht zu einem ausverkauften Haus. Bei Wettanbieter Betfair wird die Chance auf die Champions League zwar auf nur 101,00 (Stand 20. Februar) eingeschätzt, doch die Europa League ist durchaus realistisch. Wenn selbst die besten Spiele das Stadion nicht auslasten, ist fraglich, wer in ein Match gegen die Gegner Düsseldorf, Hannover oder Stuttgart gehen würde.

    Genau deshalb möchten die Verantwortlichen des Klubs mit der Stadt Berlin noch bis zum Ende des ersten Quartals 2019 einen Pachtvertrag aushandeln. Das Baugrundstück im Umfang von 53.600 Quadratmetern ist bereits auserwählt, benötigt jedoch noch das entsprechende Wertgutachten. Trotz möglicher Verspätungen zeigt sich Hertha-Manager Klaus Teichert zuversichtlich, dass es zu einer fairen Einigung kommt. Bislang liegt lediglich ein Zwischenbericht vor, während die Grünen wohl auf ihrer Forderung eines Masterplans für das Olympiagelände bestehen, welches aufgrund des Denkmalschutzes schwierigere Grundlagen aufweist. Die Innen- und Sportverwaltung erwartet einen entsprechenden Bericht mit deutlich mehr Details im Verlauf des Jahres 2019. Daneben bleibt die Zukunft des Olympiastadions fraglich.

    Kornett sieht Neubau als unausweichlich an

    Der Stadionbau bietet für Hertha große Chancen, birgt aber auch Risiken. – Quelle: Berliner Morgenpost via Twitter

    Wenn sich in Berlin jemand mit Neubauten auskennt, ist es Detlef Kornett. Der Erbauer der O2 World musste vor Jahren mit großem Widerstand zurechtkommen und war teilweise gar auf Polizeischutz angewiesen. Das neue Viertel zwischen dem Ostbahnhof und der Warschauer Straße entwickelte sich prächtig und zeigte, was in Berlin möglich ist. Der Visionär von damals, der mit der Fertigstellung 2008 im Zeitplan lag, sieht für den Fußballverein Chancen, aber auch Risiken. „Für mich ist ein neues Stadion alternativlos“, sagt Kornett im Interview. „Moderner Fußball findet in modernen Fußballarenen statt. Das Erlebnis Fußball und die Vermarktung hängen daran. Dort ist es leichter, Vermarktung und Faninteressen zusammenzubringen.“

    Da das Olympiastadion einen begrenzten Handlungsspielraum biete und die Zeit dränge, empfiehlt Kornett den Verantwortlichen, keine Zeit zu verlieren. Je früher die Verantwortlichen aus Sport, Politik und Wirtschaft auf einer Linie sind, desto eher kann ein Baubeginn realisiert werden. Insbesondere die politische Einigkeit ist aus Gründen der Profilierung oftmals nicht gegeben und führte bereits in anderen deutschen Metropolen wie Frankfurt zum Stillstand von Bauten. Bis 2021 soll der Bau definitiv bestätigt werden, um im Folgejahr den Grundstein legen zu können. Als Bauzeit sind derzeit drei Jahre angeschlagen.

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