Geschichte der Lofts in Berlin und auf der Welt

Geschichte der Lofts in Berlin und auf der Welt

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Es ist schick, in einem Loft zu wohnen. Auch in Berlin. Was ist denn eigentlich ein Loft? „Loft“ ist Englisch, heißt „Speicher“. Schon in den ausgehenden 1940er Jahren wurden die ersten Fabrikhallen oder Hafenlager in New York und in London zu Wohnzwecken umfunktioniert. Ursprünglich wurde dabei die Bausubstanz gar nicht oder so gut wie gar nicht verändert. Eine Wohnung umfasste oft die gesamte Etage beispielsweise eines Lagerhauses. In den Siebziger Jahren entstanden die ersten Lofts in Hamburg. Ich erinnere mich an ein Loft, welches ein Freund von mir, damals ein junger Architekt, in Hamburg mietete. Es war ein fast quadratischer Baukörper mit einem Treppenhaus mit breiten Treppen in einem rechteckigen Ausschnitt in der Mitte. Da die Etage außer den Außenwänden und den Wänden zum Treppenhausrechteck keine Wände hatte  –  es gab nur noch sehr einfache Sanitärräume noch zwischen Treppenhaus und einem Loftschenkel  – , konnten die Kinder meines Freundes mit ihren Treckern und Spielautos ungehindert ums Karrée, also immer im Kreis herum um das Treppenhaus fahren, durch die gesamte Loftwohnung.

Einer der berühmtesten Loftnutzer war Andy Warhol, allerdings erst in den Sechziger Jahren. Warhol richtete sich mit seiner „Factory“ im Jahre 1960 in einem New Yorker Loft ein.

Abgesehen von den wenigen frühen Lofts in Hamburg kam in Deutschland die Loftbewegung erst in den Achtziger Jahren auf. Vor allem Freiberufler und Künstler, die häufig gerne in ein und derselben Behausung wohnen und arbeiten wollten, zogen solche Lofts in Frankfurt am Main, im Ruhrgebiet und seit den Neunzigern Jahren zunehmend auch in Leipzig an. Gerade in Leipzig werden Lofts, die aus Fabrik- und Lagerhallen der Bauhaus-Ära entstammen, von der lebendigen Kunstszene in Anspruch genommen.

Heute benennen Bau-Development-Gesellschaften gerne alles mit dem Namen Loft, was ein bisschen höher ist, als die normale Null-acht-fuffzehn-Wohnung. Viele relativ normale Wohnungen werden von Gesellschaften, die Wohnungen bauen und verkaufen, auch  aus Marketingründen als Loft bezeichnet. Allerdings werden auch tatsächlich immer noch Werks- und Industriehallen sowie alte Gewerbehäuser für den Umbau in „Lofts“ verwendet. Aber diese Loft-Wohnungen sind heute ehr nach aufwendigen Renovierungsmaßnahmen entstanden. Sie enthalten perfekte Bäder und Küchen, häufig Fußbodenheizungen und Granitböden. Ihre Beliebtheit entspricht heutzutage eher dem selbstverständlichen Bedürfnis nach Raum- und Türhöhen, die den Menschen atmen lassen und Fenstergrößen, die nicht an Schießscharten erinnern. Viele Menschen möchten auch in ihren eigenen vier Wänden das Gefühl von Raum und Freiheit haben, und sehnen sich nicht nur nach der entsprechenden Raumhöhe und Raumgröße, sondern auch nach rohen alten Ziegelmauern, alten gusseisernen Stützen und rundbogenartigen Kappendecken, möglichst mit fischgrätparkettartigem Ziegelmauerwerk. In Berlin ist die Nachfrage nach solchen sowie auch nach einfachen, nicht veredelten Lofts groß. Sie befinden sich vor allem in Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Wedding.

Loft in Berlin Kreuzberg
Loft in Berlin Wedding vor dem Umbau in eine Eigentumswohnung
Ehemaliger Pferdestall in Brandenburg nach der Sanierung
Loft Potsdam
Diese ehemalige Regimentsreithalle in Potsdam hat die Berner Group bestens saniert und in Eigentumswohnungen eingeteilt verkauft
Schnitt der Reithalle
Schnitt der Reithalle in Potsdam
Wohnung in den Gustav Cyliax Lofts in Berlin Prenzlauer Berg

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