Checkliste für die Fenstersanierung

    Checkliste für die Fenstersanierung

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    Quelle: qimono on pixabay

    Wenn die Sanierung der eigenen Wohnung ansteht, sind oftmals auch Fenster von der Modernisierung betroffen. Damit bei Ihrem Fenstertausch alles nach Plan verläuft, finden Sie im Folgenden eine Checkliste zur Fenstersanierung.

    1. Bestandsaufnahme: Welche Fenster habe ich momentan?

    • Bevor Sie sich nähere Gedanken zu den neuen Fenstern machen, sollten Sie einige Punkte klären: Wie viele der vorhandenen Fenster müssen ausgetauscht werden?
    • Sollen die Arbeiten von einem Fachbetrieb ausgeführt werden, oder geschieht der Einbau in Eigenregie?
    • Unterliegt die Wohnung oder das Haus dem Denkmalschutz und gibt es diesbezüglich besondere Vorgaben zu beachten?
    • Welche gesetzlichen Richtwerte müssen berücksichtigt werden?

    Bei einer Fenstermodernisierung, vor allem unter dem Gesichtspunkt das Eigenheim energieeffizienter zu gestalten, ist es ratsam, die Fenster vom Fachmann einbauen zu lassen. So wird sichergestellt, dass sich am Fenster keine Wärmebrücken bilden, die ungewollt Kälte ins Haus lassen und im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung führen. Bei der Montage der Fenster müssen die anerkannten Regeln der Technik befolgt werden, um alle Dichtungsebenen professionell abzudichten und einen ungewollten Luftaustausch zwischen Innen und Außen zu verhindern. Die Montage in Eigenregie sollte daher nur ausgeführt werden, wenn Sie über ausreichende Fachkenntnisse verfügen, um die Fenster zu montieren und abzudichten.

    Der Denkmalschutz stellt oft Forderungen an den Erhalt der bestehenden Gebäudestruktur. Betrifft dieser auch das äußere Erscheinungsbild Ihres Wohnhauses, sollten Sie sich informieren, welche Möglichkeiten Sie bei einem Fenstertausch haben. Oft werden vor allem die Form und die Farbe des Fensters vorgeschrieben.

    Laut der Energiesparverordnungen (EnEV) 2009 und 2014 sind für Sanierungen und Neubauten Fenster mit einem Mindestdämmwert von 1,3 W/(m2K) vorgeschrieben. Dieser Wert kann heute bereits durch ein zweifach verglastes Fenster erreicht werden. Außerdem können durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) oder die jeweilige Stadt weitere Vorgaben bezüglich der Fenster festgelegt werden. Informieren Sie sich hierüber am besten vor dem Kauf Ihrer neuen Fenster.

    2. Vor dem Fensterkauf: Welche Fenster möchte ich haben?

    Überlegen Sie sich vor dem Fensterkauf genau, welche individuellen Vorgaben Ihre Fenster erfüllen sollen.

    • Aus welchem Material soll das Fenster bestehen?
    • Soll das Fenster aus einem oder mehreren Flügeln bestehen und in welche Richtung soll man es öffnen können?
    • Wie gut soll das Wärmedämmmaß der neuen Fenster sein?
    • Benötigen Sie einen Schallschutz?
    • Oder einen erhöhten Einbruchschutz?

    Die gängigen Fenstermaterialien sind Kunststoff (PVC), Holz und Aluminium. Am häufigsten werden in Deutschland Fenster aus PVC verbaut, da sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und bei geringem Pflegeaufwand sehr langlebig und robust sind. Holz besticht durch einen natürlichen Charme, muss jedoch regelmäßig geölt oder lackiert werden, damit es lange schön bleibt. Fenster aus Aluminium sind extrem robust und pflegeleicht. Dies spiegelt sich allerdings auch in ihrem Preis wieder.

    Bei der Gestaltung der Fenster gibt es viele Möglichkeiten. Nicht nur die Entscheidung, ob das Fenster aus einem oder mehreren Flügeln bestehen oder ob es sich von rechts oder links öffnen lassen soll – auch der farblichen Gestaltung oder der individuellen Formgebung sind (fast) keine Grenzen gesetzt.

    Das Wärmedämmmaß der Fenster wird mit dem Wärmedurchgangskoeffizienten, dem U-Wert angegeben. Für das gesamte Fenster ist ein U-Wert von 1,3 W/(m2K) gesetzlich vorgeschrieben. Je geringer dieser Wert ist, desto besser dämmt das Fenster und desto weniger Heizungsluft geht nach außen hin verloren. Der Wärmedämmwert der Fenster sollte allerdings immer mit der restlichen Gebäudehülle abgeglichen werden, um Schimmelbildung und unnötige Wärmeverluste vorzubeugen.

    Liegt Ihre Wohnung an einer stark befahrenen Straße oder Bahntrasse, kann ein mit Schallschutzverglasung ausgestattetes Fenster sinnvoll sein. Durch die spezielle Verglasung wird hereindringender Lärm reduziert und auf ein angenehmes Niveau gebracht. Schallschutzfenster werden je nach Dämmmaß in verschiedenen Schallschutzklassen unterteilt.

    Bei Fenstern im Erdgeschoss, die dazu noch schlecht einsehbar sind, kann sich ein zusätzlicher Einbruchschutz lohnen: Durch zusätzliche Sicherheitsbeschläge, einem abschließbaren Fenstergriff oder einer einbruchhemmenden Verglasung kann der Einbruchsversuch erschwert und dadurch in vielen Fällen auch verhindert werden. Die Polizei empfiehlt im Erdgeschoss Fenster der Widerstandklasse RC2 zu verbauen.

    Quelle: TeroVesalainen on pixabay

     

    3. Finanzierung & Förderung: Welche Möglichkeiten habe ich?

    Der Tausch der Fenster kann schnell zu einer größeren Investition werden. Je nach Anforderungen können die Fenster-Preise stark variieren und der Austausch mehrerer Fenster inkl. Montage so im Preis steigen. Daher lohnt es sich, sich nach verschiedenen Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten umzusehen. Die KfW beispielsweise bietet bei der Sanierung unter energieeffizienten Gesichtspunkten günstige Finanzierungskredite mit Förderungsmöglichkeit. Eine Förderung der KfW ist allerdings an gewisse Vorgaben geknüpft und sollte daher immer im Vorhinein abgeklärt werden.

    4. Kauf und Montage: Was muss ich beachten?

    Beim Kauf der Fenster stellt sich auch die Frage: erfolgt der Einbau in Eigenregie oder wird die Montage vom Fachbetrieb übernommen?

    Bei Einbau in Eigenregie:

    • Sind genügend Fachkenntnisse und das passende Werkzeug vorhanden?

    Bei Kauf und Montage beim Fachbetrieb:

    • Sind glaubwürdige Referenzen vorhanden?
    • Wird die Montage nach den anerkannten Regeln der Technik durchgeführt (auch RAL Montage genannt)?

    Bei der Montage vom Fachmann sollten Sie auf Zertifikate und Gütesiegel achten. Im besten Fall erfolgt der Einbau nach den anerkannten Regeln der Technik und gewährleistet so eine fachlich korrekte Abdichtung der Fenster. Achten Sie hierbei auch auf die Zahlungsmodalitäten und die zusätzlichen Gewährleistungen!

    Mit dieser Checkliste sind Sie auf die Sanierung Ihrer alten Fenster bestens vorbereitet.

    Weitere Informationen können Sie auch auf www.deutsche-fensterbau.de nachlesen.

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