Immobilien mit erneuerbaren Energien beheizen: wie Hauseigentümer Geld und Energie sparen

    Immobilien mit erneuerbaren Energien beheizen: wie Hauseigentümer Geld und Energie sparen

    1
    SHARE
    Energetische Sanierung

    Die energetische Gebäudesanierung ist in der Immobilienbranche längst kein Randthema mehr. Dafür sorgt insbesondere auch der Bund mithilfe der Energiesparverordnung (EnEV 2016). Diese seit 2002 existierende Richtlinie beinhaltet unter anderem Vorgaben zur Heizungsmodernisierung, Gebäudedämmung und Fensterisolierung, die Bauherren im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen in der eigenen Immobilie zu beachten haben. Seit Januar  dieses Jahres ist die Richtlinie angepasst worden. So schreibt sie im Rahmen der Heizungssanierung aktuell folgendes vor: Heizungen, die vor dem 01.01.1985 eingebaut wurden und älter als 30 Jahre alt sind, müssen gegen moderne Heizsysteme ersetzt werden. Dazu zählen auch solche Heizungsanlagen, die mittlerweile mithilfe erneuerbarer Energien in Betrieb genommen werden können.

    Fakt ist: Wer bei der Beheizung auf regenerative Energieträger wie Sonnenlicht oder Erdwärme zurückgreift, schafft Möglichkeiten zur Senkung des Primärenergiebedarfs und zur Steigerung des Immobilienwertes. Schließlich entfallen laut Bundesregierung fast 90 Prozent des Energieverbrauchs auf Heizung und Warmwasser. Ein Grund mehr erneuerbare Energien und deren Einsparpotenziale für die eigene Immobilie einmal genauer zu betrachten.

    Was müssen Immobilienbesitzer beim Heizen mit erneuerbaren Energien beachten?

    Heizung im Neubau

    Laut Energiesparverordnung 2016 dürfen bis 2021 nur noch Gebäude errichtet werden, die dem Standard eines Niedrigenergiehauses entsprechen. Eine genaue Definition dazu gibt es allerdings nicht – vielmehr ist die Rede von KfW-Effizienzhausstandards, die sich in die Stufen 55, 70, 85, 100 und 115 einteilen lassen. Je kleiner die Ziffer ist, desto weniger Energie wird verbraucht. Durch den Einbau einer Holzpelletheizung, einer Wärmepumpe oder einer Solaranlage erfolgt bereits ein wichtiger Schritt in Richtung des KfW Effizienzhauses. Berücksichtigen sollte Sie jedoch auch, dass Außenwand- und Dachdämmungen sowie eine Dreifachverglasung der Fenster notwendig sind, um beispielsweise den Standard eines  KFW-Effizienzhauses 55 zu erreichen. Daher betreffen Sanierungsmaßnahmen in der Regel immer die komplette Immobilie und sollten ganzheitlich betrachtet werden. Um den Überblick nicht zu verlieren, empfiehlt sich die Beauftragung eines Energieberaters. Dieser stellt einen Sanierungsplan zusammen, der sämtliche Vorgaben richtlinenkonform berücksichtigt.

    Ebenfalls interessant: Wer erneuerbare Energien zur Beheizung einsetzt, erfüllt automatisch die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG), wonach Bauherren zu einem Mindestanteil von 15 Prozent mit regenerativen Energien heizen müssen.

    Potenzial für Heizkosteneinsparungen auch im Altbau

    Eigentümer eines Altbaus sind nach der EnEV im Grunde erst zur energetischen Sanierung gezwungen, wenn mehr als 10 % am Gebäude verändert werden. Wärmebilder zeigen jedoch, dass gerade in Altbauten sehr viel Energie aus dem Gebäude entweicht und durch schlechte Dämmverhältnisse Heizenergie unwirtschaftlich genutzt ist. Dies macht deutlich, dass Sanierungsmaßnahmen also auch im Altbau durchaus sinnvoll sind und Potenzial für Heizkosteneinsparungen bieten. Wer einen Öl- oder Gasbrennwertkessel beispielsweise mit einer Solaranlage kombiniert, erfüllt die Anforderungen, die die EnEV an die heizungstechnischen Anlagen in Bestandsgebäuden stellt und erzielt gegenüber herkömmlichen veralteten Heizungsanlagen Einsparungen von bis zu 50 Prozent.

    Die Experten von Kesselheld helfen auf ihrer Website weiter mit zahlreichen Informationen rund um das Thema umweltfreundliche Heizungen.

    Welche Heizungen nutzen erneuerbare Energien?

    Heizen mit Umweltwärme –  Die Erdwärmepumpe

    Mithilfe von Erdsonden- oder Kollektoren, die in die Erde gebohrt werden entzieht die Geothermie dem Erdreich Wärme und pumpt diese auf ein höheres Temperaturniveau. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen der Wärmequelle- hier der Erde – und der gewünschten Heiztemperatur ausfällt, umso effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Mit zunehmender Tiefe der Erdwärmebohrung steigt die Temperatur des Erdreichs. Denn dieses wird zur Erdmitte hin immer wärmer. Generell liefert die Erde aber das ganze Jahr über konstant warme Temperaturen, wodurch die Pumpe deutlich weniger arbeiten muss, um die gewünschte Vorlauftemperatur der Heizungsanlage von beispielsweise 35 Grad sicher zu stellen. Grundsätzlich gilt: bei niedriger Pumpenleistung steigt auch die Jahresarbeitszahl der Geothermie. Sie gibt Auskunft über den Anteil, den der Strom an der Wärmeerzeugung hat. Dieser soll bei effizientem Einsatz möglichst niedrig ausfallen. Als besonders gute Jahresarbeitzahl erweist sich ein Wert von 5. Dies bedeutet, dass die Wärmepumpe mithilfe einer Kilowattstunde Strom Wärmeenergie für ca. 5 Stunden erzeugt.

    Heizen mit Pellets

    Kleine Presslinge aus trockendem Holz bezeichnet man als Holzpellets. Sie gehören zu den regenerativen Energieträgern und gewähren eine Unabhängigkeit von steigenden Öl-, Preis- und Stromkosten. Moderne Pelletöfen können direkt im Wohnraum aufgestellt werden. Sie verfügen über eine Wassertasche, die mit dem Zentralheizungssystem verbunden ist. Auf diese Weise werden Heizwärme und Warmwasser gleichzeitig erzeugt. Wichtig beim Einsatz von Öfen ist, dass diese die Stufe 1 der Bundesemissionsschutzverordnung erfüllen. Sie legt die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte und Mindestwirkungsgrade für Einzelraumfeuerungsanlagen fest. Holzpelletzentralheizungen werden häufig im Heizungskeller aufgestellt. Die für die Befeuerung notwendigen Pellets werden über eine Förderschnecke vollautomatisch in den Brennraum des Pelletkessels befördert.

    Sonnenenergie nutzen

    Eine Solarthermie wird in Ein- und Zweifamilienhäusern zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung genutzt. Dies funktioniert wie folgt: auf dem Hausdach werden solarthermische Kollektoren installiert, die die aufgenommenen Sonnenstrahlen in Wärme umwandeln und an den Pufferspeicher weiterleiten. Bei Bedarf wird diese gespeicherte Wärme entnommen. Um die Vorgaben des EEWärmeG zu erfüllen, muss ein neugebautes Einfamilienhaus mit einer Größe von 150 Quadratmetern eine Kollektorfläche von 6 Quadratmetern aufweisen.

    Förderung

    Das Umrüsten auf erneuerbare Heizsysteme gilt als förderfähige Einzelmaßnahme der Gebäudesanierung. So vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau über die Programme 151 /152 Kredite in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Über die Kampagne „Deutschland macht´s effizient“erhalten Immobilieneigentümer über das Heizungspaket einen Zusatzbonus von 20 % auf die bisher geltende Förderhöhe aus dem Marktanreizprogramm sowie einen Investitionszuschuss von 600 Euro. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen unterstützt Bauherren, die sich für Wärmepumpen, Pelletheizungen und Solarthermie entscheiden über das Programm “Erneuerbare Energien”. Eigentümer einer Wärmepumpe erhalten zum Beispiel eine Basisförderung in Abhängigkeit von der Größe und der Leistung des Modells. So wird eine Sole-Wasser-Pumpe mit Erdsonden und einer Leistung von 45 kW mit einer Mindestförderung von 4.500 Euro bezuschusst, die nicht zurückgezahlt werden muss.

    1 COMMENT

    1. Ich bin für neubare Energiequellen. Dadurch können wir unser Geld sparen und besser die Umwelt schützen. Jeder von uns mag mit frischer Luft atmen. Das muss doch mit dem Teufel zugehen, dass wir weiterhin die Umwelt verschmutzen, ohne Konsequenzen daraus zu ziehen.
      Es ist schon die höchste Zeit, um sich auf die neubaren Energien zu konzentrieren.
      Danke für den sachlichen Beitrag!

      MfG
      Dieter Kunstpause

    LEAVE A REPLY