Haftpflichtversicherung Umzug: Wer kommt für Schäden auf?

Haftpflichtversicherung Umzug: Wer kommt für Schäden auf?

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Haftpflichtversicherung Umzug

Die Hilfe beim Umzug ist ein beliebter Freundschaftsdienst: müssen die geliebten Einrichtungsgegenstände in den vierten Stock befördert werden, ist jede helfende Hand willkommen. Ebenso leicht kann es dabei aber zu Schäden kommen, die die Freundschaft stark belasten. Wie können sich Umzugshelfer vor solchen Risiken schützen?

Streitfall Umzugsschaden

Einem Freund oder Familienmitglied wird beim Umzug gerne unentgeltlich geholfen. Anders als bei einem professionellen Umzugsunternehmen fehlt den meisten Menschen aber die Erfahrung. Ein teurer Fernseher oder eine wertvolle Lampe kann hier leicht aus der Hand rutschen. Auch beim Verpacken der Habseligkeiten fehlt die Expertise der Profis. Schnell zeigt sich bei der Ankunft im neuen Heim, dass nicht jeder Gegenstand unbeschädigt geblieben ist. Dabei kommen zusätzliche Kosten bei einem Umzug ungelegen: der Wechsel des Wohnortes ist ohnehin teuer genug, für die neue Wohnung muss eine Kaution hinterlegt werden und häufig steht zudem der Kauf von neuen Möbeln an. Sofern die Schäden durch einen Dritten verursacht werden, stellt sich zudem auch die Frage, wer die Kosten eigentlich tragen soll. Dadurch entbrennt schnell ein unschöner Streit unter Freunden.

Auf Absicherung von Gefälligkeitsschäden achten

Dabei ließe sich dieser Konflikt bereits im Vorfeld entschärfen: eine gute private Haftpflichtversicherung sichert auch sogenannte Gefälligkeitsschäden ab. Wie der juristische Begriff erkennen lässt, handelt es sich dabei um Schäden, die im Rahmen einer solchen Gefälligkeit wie der Umzugs- oder Nachbarschaftshilfe entstehen. Dabei gehört der Schutz üblicherweise nicht zum Standard. Die günstigen Policen verfügen erfahrungsgemäß nicht über die Absicherung. Sind Gefälligkeitsschäden versichert, sollte zudem auf die Höhe der Deckungssumme geachtet werden. Bei günstigeren Angeboten sind 5.000 Euro maximaler Deckungssumme üblich, doch auch 25.000 Euro werden von den Versicherungsunternehmen angeboten – was auch aus Sicht des Versicherten deutlich empfehlenswerter sein dürfte. Diese Freiwilligkeit der Police hat einen Grund: die Rechtsprechung in Deutschland geht davon aus, dass der Geschädigte gegenüber dem Freund keine Schadensersatzansprüche erhebt. Letztere wären vermutlich auch juristisch kaum durchzusetzen, sofern es sich nicht um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt.

Keine Haftpflicht-Police – hohes Risiko

Doch insbesondere bei juristischen Auseinandersetzungen zeigen sich die Vorteile einer privaten Haftpflichtversicherung: immer wenn einer dritten Person ein Schaden zugefügt wird, muss dafür aufgekommen werden – und das in praktisch unbegrenzter Höhe. Ein klassisches Beispiel ist hier der Unfall eines Fahrradfahrers: Während bei einem Pkw-Unfall die Kfz-Versicherung alle mögliche Schäden Dritten gegenüber reguliert, ist das bei einem Fahrradfahrer nicht der Fall. Fährt er also eine Person an, die sich verletzt und behandelt werden muss, können die Kosten beträchtlich ausfallen. Dies gilt natürlich in besonderem Maße dann, wenn das Unfallopfer bleibende Schäden davonträgt.

Wie Haftpflichtversicherung vergleichen?

Bei der Auswahl der Police sollte sich genau darüber informiert werden, wer und was versichert ist. Natürlich gilt der Versicherungsschutz immer für den Versicherungsnehmer; darüber hinaus werden aber auch spezielle Tarife für die gesamte Familie angeboten. Versichert sind grundsätzlich immer Sach-, Personen- oder Vermögensschäden. Letztere bezeichnen einen immateriellen Schaden. Darunter kann beispielsweise ein entgangener Gewinn fallen, weil eine geschädigte Person als Freiberufler für eine gewisse Zeit nicht mehr arbeiten kann. Darüber hinaus sollen sich die Vertragsbedingungen genauer angesehen werden: sind Beschädigungen an geliehenen Gegenständen versichert? Wie hoch sind die Deckungssummen? Was passiert, wenn ich selbst Geschädigter bin, aber der Verursacher über keine Haftpflichtpolice verfügt? Etwa ein Drittel aller Deutschen hat keine private Haftpflichtversicherung. Einige Policen fangen dieses Risiko auf, indem die Versicherung des Geschädigten dann die Regulierung des Schadens übernimmt. Ist der Leistungsumfang klar, sollte ein umfangreicher Tarifvergleich stattfinden – am besten mithilfe eines Online-Rechners.

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